Artikel SonntagsZeitung

Liebe HundebesitzerInnen eines Schmuse- und vielleicht sogar Sofa-Hund aus dem Ausland, liebe LeserInnen

 

Ich bin nach wie vor absolut fassungslos über den Artikel der Sonntagszeitung "Pfoten weg von Hunden aus dem Ausland". Es fehlt ihm vollumfänglich an Qualität, wie bspw. einer fundierten Recherche, an Differenziertheit in Bezug auf seriöse Vermittlungsorganisationen und den illegalen Hundehandel oder auch in Bezug auf die unkontrollierte Zucht und Hundevermittlung, welche auch in der Schweiz stattfindet. Dass die seriösen Organisationen die zukünftigen BesitzerInnen sorgfältig auswählen, sie über den Gesundheitszustand des Vierbeiners informieren, stets Ansprechperson sind bei allen Fragen und Problemen, ihre Schützlinge zurück nehmen sollte es am Platz nicht klappen, einen Schutzvertrag abschliessen, Kontrollen im neuen Zuhause durchführen etc. würde bei einer Recherche einfach in Erfahrung gebracht werden. Dass es auch im Bereich der Hundevermittlung unseriöse Angebote gibt, ist leider unbestritten.

 

Meine Arbeit in den letzten 17 Jahren - genauer die Vermittlung geretteter Hunde aus dem Ausland - hat mir gezeigt, dass die Auslandshunde absolut tolle, liebenswerte, sehr anhängliche und soziale Geschöpfe sind. Zudem achten die Partnerorganisationen im Ausland stets darauf gesunde Hunde einreisen zu lassen oder bei einer Krankheit transparent zu informieren. Einige Hunde kommen mit dem Wechsel in ein neues Zuhause in der Schweiz sehr schnell und einfach zurecht und andere brauchen ein bisschen mehr Zeit. Wer einen geretteten Hund einer seriösen Organisation aufnimmt, ist sich dessen bewusst aufgrund der vorgängigen Beratung. Und natürlich gibt es auch unter den Auslandhunden die sog. schwer- und unvermittelbaren Hunde. Dies sind jedoch Ausnahmen und seriöse Organisationen beschreiben diese auch nicht als "einfache" Familienhunde.

 

Ich möchte alle HundebesitzerInnen von Auslandhunden bitten (auch von bereits älteren Auslandhunden), helft uns seriösen Organisationen und helft den Hunden im Ausland und bezieht Stellung zu den Aussagen des Artikels aus der Sonntagszeitung. Schreibt Ihnen Eure Geschichte; die Geschichte vom misshandelten, ungeliebten Hund zu Eurem Familienmitglied. Schreibt auch, dass und warum es sich lohnt eine Seniorin oder einen Senior zu adoptieren. Es gibt so viele tolle Auslandhunde, welche das Leben von uns Menschen bereichern und weder krank noch ungezähmt o.ä. sind. Es ist falsch und nicht nachvollziehbar alle Auslandhunde und alle Tiervermittlungsorganisationen in einen Topf zu werfen.

 

Vielen Dank für Ihre Mithilfe, Heidi Azali

Kommentare: 9 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Ruf Daniela (Mittwoch, 08 Juni 2016 20:18)

    Liebe Frau Azali
    Danke, dass Sie zu diesem undifferenzierten Artikel auf Ihrer HP Stellung genommen haben. Dieser Artikel hat mich auch total fassungslos gemacht. Ich habe natürlich sofort einen Leserbrief an die Sonntagszeitung geschrieben. Schade, dass bis jetzt so wenige seriöse Organisationen Stellung genommen haben. Wünsche Ihnen alles Gute.
    Freundliche Grüsse Daniela Ruf

  • #2

    Reb Maître (Donnerstag, 09 Juni 2016 13:14)

    Nein, das macht überhaupt nicht fasssungslos! Der sehr ausführliche Bericht klärt auf, wie es 1. in diesen Ländern wirklich zugeht und 2. wird auch trotz der Organisationen und Vermittlungen von Hunden in die Schweiz das Elend nie aufhören! Nein, es wird sogar noch gefördert, indem weitere nachrücken, sobald ein Teil reisefertig gemacht wird. Die Susy Utziger Stiftung (eine absolut seriöse Orga) sagt mit REcht, an Ort muss gehandelt werden, an Ort muss kastriert werden, so bekommt man dieses Elend einigermassen in den Griff. Und noch etwas: Wenn all diejenigen, welche sich einen ausländischen Hund zugelegt haben, das Risiko auf sich nehmen würden, diesen zu behalten, hätten die CH-Tierheime nicht so viele abgeschobene davon. Das macht mich wütend, das ist eine Sauerei! Darum wage ich zu bezweifeln, ob die Anzahl hereingeholter Hunde auch tatsächlich bei ihren Endhaltern bleiben. Ein wirklich sehr aufschlussreicher Bericht, sollte jeder lesen.

  • #3

    Cvk (Donnerstag, 09 Juni 2016 22:44)

    Liebe Frau Azali,
    Mich macht es fassungslos ! Meine Meinung ist, dass man selber entscheiden darf woher man seinen Hund hat.
    Ich habe mittlerweile auf privater Basis. 11 Hunde vermittelt, alle sind noch immer bei ihren glücklichen Besitzern.
    Wir haben ebenfalls den 3 Hund aus dem Ausland und würden nur noch solche nehmen. Die Leute, die sich einen Hund beim Züchter kaufen haben oft keine Ahnung, es wird nach Aussehen eine Rasse gekauft, ev noch überzüchtet und es landen dann eben diese Hunde, mit denen man nicht fertig wird hier in den Tierheimen. Jedes gerettete Wesen ist so dankbar für eine Chance. Und jeder weggeholte Hund produziert keine Nachkommen, dies nur um obigem Verfasser zu widersprechen, Entschuldigung aber solch ein Kommentar macht mich wirklich auch fassungslos.
    Alles Gute für Ihre weitere Arbeit ! Und bleiben Sie dran !

  • #4

    FK SG (Freitag, 10 Juni 2016 15:35)

    Hund aus dem Tierheim, Ausland oder vom Züchter???
    Was soll da für ein Unterschied sein?
    Im Tierheim kann ich einem *armen Kerlchen* eine bessere Zukunft bieten (hatte bereits 3 Hunde aus dem Tierheim, welche keinerlei Schwierigkeiten hatten resp machten.
    Einen Hund aus dem Ausland würde ich persönlich nie über eine mir nicht bekannte Organisation ordern. Einen Ausland-Hund – angeboten von seriösen *Schweizern* wie Frau Heidi Azali – würde ich sofort nehmen. Ich gebe zu ich habe die Homepage schon mehrmals besucht, da ich mich mit dem Gedanken trage mir wieder einen Hund ins Haus zu nehmen. Ich liebäugle auch schon mit einem kleinen Herzensbrecher!
    Einen Hund vom Züchter? Züchter sind uns auch meist unbekannte Gegenüber, wir haben von einer Zucht gehört von Leuten die gute Erfahrungen gemacht haben, aber sonst ist der Züchter für uns ein Unbekannter, genauso wie die Tierheime im In- und Ausland!
    Warum also soll ich nicht einem Hund aus dem Ausland (seriös vermittelt) oder einem Tierheim Hund eine Chance geben, auch diese Tiere haben eine ZWEITE CHANCE VERDIENT!

  • #5

    Tschanz (Samstag, 11 Juni 2016 11:59)

    Hallo Heidi und Hundefreunde!
    Wieso muss immer so eine Disskusion in diesem Bereich sein?
    Hunde haben es immer verdient,ein schönes Daheim zu bekommen ob nun aus dem Ausland oder von hier!!!
    Bei uns leben momentan 6 Hunde,4 sind aus Schweizer Zuchten und 2 aus dem Ausland.Unsere älteste kommt aus Lanzerote und die jüngste aus Rümänien von Heidi vermittelt!
    Mann sollte doch immer die einzelnen Vermittler anschauen ,ob sie es aus finanziellen Hintergründen oder aus Liebe zum Tier machen!
    Ich bin auch dafür,dass in den jeweiligen Ländern mit Kastration und Aufklärung unterstüzt wird und das nicht jeder Hund,der auf der Strasse gut zurecht kommt,in ein fremdes Land verfrachtet wird!
    Unsere beiden Ausländerli sind super aufgestellte und liebenswerte Geschöpfe und lieben das Leben mit uns!Die Malteserhündin Luna kam mit 11Jahren zu uns,wurde in einer Tötungsstation abgegeben und wer in ihre Augen schaut und dann noch sagen würde sie hätte dort bleiben sollen,der hat kein Herz!
    Viel wichtiger ist es,unseriösen Züchtern und Welpenvermehrern auf die Finger zu schauen und einzugreifen!Leider gibt es auch noch viele Käufer,die lieber einen Billigwelpen kaufen und somit dieses Gewerbe unterstützen!
    Ich hoffe ganz fest,dasss ein Umdenken stattfindet und es noch viele Menschen gibt,die einem Gottesgeschöpf eine 2.Chance gibt,wo immer es auch her kommt!
    Pfotengruss Nori,Luna,Jamie,Yaro,Cespa und Wendy

  • #6

    Sonja (Sonntag, 12 Juni 2016 15:23)

    Mich macht es fassungslos, das nicht vor Ort bereits das Problem angegangen wird. Würde die einzelnen Länder mehr schauen, würde es auch nicht so viele Strassenhunde oder Hunde in miserablen Gesundheitszuständen geben.
    Zudem finde ich es sehr traurig, dass wenn sich in der Schweiz jemand für einen Hund aus dem Ausland interessiert und diesem ein tolles neues Zuhause geben will, dies aber nicht darf, nur weil der Mensch ein psychisches Problem hat und somit als nicht geeignet abgestempelt wird und dies obwohl noch nicht mal nachgefragt wurde was mit diesem Menschen los sei. Jeder der auch nur etwas Ahnung von Psychologie hat, weiss, das ein Hund eine bessere Therapie ist als jede so oft versuchte und gescheiterte! Ein Hund bedeutet, Verantwortung, Tagesstruktur, eine Aufgabe und vieles mehr.
    Und nun frage ich SIE Frau Azali, welche Recherche betreiben sie bei den hiesigen Menschen um einem Ausländischen Hund einen super Platz zu geben? Sie wollen nicht, das alle in einen Topf geworfen werden, aber genau das machen auch Sie, genauso wie andere angeblich seriöse Tiervermittlungsstellen.
    Danke das SIE uns keinen Hund vermittelt haben, wir haben nun einem Schweizer Welpen einen schönen lebensplatz geschaffen, mit viel Zeit, spielen, fordern und fördern, das beste was wir dank IHRER Ablehnung gegen psychisch erkrankten machen konnten und der kleinen Racker entwickelt sich bestens.


  • #7

    Marion (Montag, 13 Juni 2016 11:17)

    Einen Welpen aufzunehmen bedeutet unter Umständen 15 Jahre lang ein Lebewesen jeden Tag artgerecht zu betreuen.
    Ich weiss von 2 psychisch Erkrankten, dass ihnen an manchen Tagen sogar ihre Tiere egal waren. Und ohne die Unterstützung von aussen hätten sie diese Perioden nicht überstanden.
    Es spricht für Frau Azali, dass sie keinen Hund vermittelt hat, wenn sie kein gutes Gefühl hatte. Das ist ihr Recht.
    Sie investiert soviel Zeit und Liebe in diese Hunde, dass sie kein Risiko eingehen möchte. Ich kenne wenige Menschen, die für Gottes Lohn soviel Einsatz bringen.

  • #8

    Yvonne (Montag, 13 Juni 2016 14:22)

    Jeder Mensch kann erkranken und plötzlich ein Problem bekommen den geliebten Vierbeiner versorgen zu können. Es ist leider so, dass die Psyche nicht immer steuerbar ist und da kann ein Tier ganz schnell zur Belastung werden. Ich selbst habe zwei Auslandhunde, einen von einer super Organisation und dieser Hund ist absolut problemlos. Die Hündin habe ich von einer Deutschen Organisation und das sind ihre Baustellen seit 5 Jahren: Jagdverhalten extrem, fremde Menschen zwicken, fremde Hunde beissen. Wir trainieren noch heute mir ihr - wir lieben beide Hunde aber ins Blaue hinaus einen Strassenhund zu adoptieren von einer unbekannten Organisation würden wir NIEMALS mehr machen. Jedenfalls schwieben wir unser rumänisches Hexli nicht ins Heim ab nur weil sie extrem schwierig ist.

  • #9

    S.Wagner (Dienstag, 14 Juni 2016 10:30)

    Betreffend Bericht Sonntagszeitung: Richtig oder falsch liegt wie immer im Auge des Betrachters. Fakt aber ist, dass tausende von Hunden, dank Tierschutzorganisationen, glücklich und gesund in der Schweiz leben. Parallel dazu werden im entsprechenden Land unter höchsten Anstrengungen Kastrations- und Sensibilisierungsprogramme durchgeführt. Ja, ein Hund ohne vorheriges Kennenlernen zu adoptieren ist „mutig“ und nur bedingt empfehlenswert. Aber für das gibt es ja CH-Pflegestellen.

    Ein Hund aufzunehmen bedeutet Verantwortung übernehmen, geduldig sein und viel Arbeit. Egal ob Rassehund oder Tierschutzhund.
    Man kann doch nicht ernsthaft glauben, dass wenn man einen Rassehund in der Schweiz kauft alles super-flockig-jupieijehii läuft! Das was zählt ist ein dem Charakter des Hundes angepasstes Konzept – Zeitmanagement, finanzielle Lage, Betreuung bei Abwesenheit, Futterwahl und Ausbildungsmöglichkeiten.

    Meine scheue rumänische Hündin hat mir zu mehr Lebensqualität verholfen. Sie ist mein Lebensmittelpunkt. Durch sie wurde ich entspannter, bestimmter und geduldiger. Gemeinsam wachsen wir an unseren Aufgaben. Dafür bin dankbar.

    Mein Fazit: Der Bericht ist verzehrt und unprofessionell recherchiert. Wenn sich jemand so radikal gegen Ausland-Adoptionen stellt, spricht er meiner Hündin das Recht auf Leben ab. Das kann ich nicht tolerieren.

    Danke für ihre Arbeit Frau Azali. Klar habe ich einen Leserbrief geschrieben.
    S.Wagner